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Nierenzellkrebs

Das Nierenzellkarzinom ist die häufigste Art von Nierenkrebs. Oft wird der Tumor zufällig bei einer Untersuchung entdeckt. Er verursacht meistens erst spät Symptome. Mehr zu Ursachen und Therapien


Aufbau der Nieren: Nierenzellkarzinome gehen in vielen Fällen von den Zellen eines Nierenkanälchens (Tubulus) aus. Für die komplette Grafik bitte auf die Lupe oben links klicken

Das Nierenzellkarzinom ist mit etwa 90 Prozent die häufigste bösartige Tumorerkrankung der Niere. 10 Prozent der bösartigen Erkrankungen der Niere sind hingegen Urothelkarzinoma – das heißt, sie gehen nicht von der Niere selbst, sondern von den Schleimhäuten des Urin-Sammelsystems aus. Nierenzellkarzinome stellen etwa drei Prozent, gemessen an der Gesamtheit aller Krebsfälle. Dabei sind etwa eineinhalb mal mehr Männer als Frauen von Nierenkrebs betroffen.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 6.000 Frauen und 10.000 Männer neu an einem Nierenzellkrebs. Meist wird der Krebs im Alter zwischen 60 und 70 Jahren entdeckt. In 98,5 Prozent ist nur eine Niere tumorartig verändert. Unterteilt wird das Nierenzellkarzinom noch in weitere Unterarten wobei das klarzellige Nierenzellkarzinom mit etwa 75 Prozent die häufigste Variante ist. Gefolgt wird es vom papillären und chromophoben Karzinom.


Bei Nierenkrebs ist ein Teil des Nierengewebes verändert. Dabei teilen sich Zellen unkontrolliert und führen zu Wucherungen. Manchmal streuen solche Krebszellen aus der Niere auch in andere Organe (Metastasen) und bewirken dort schwere Schäden. Der Krebs wird meist zufällig bei einer Ultraschall-Untersuchung erkannt. Wird er früh genug behandelt, ist seine Prognose sehr gut.

Wie macht sich Nierenzellkrebs bemerkbar?

Üblicherweise verursacht Nierenkrebs meist keine Symptome. Erst in einem sehr späten Stadium kann sich der bösartige Tumor durch Flankenschmerz, Blut im Urin oder eine fühlbare Geschwulst bemerkbar machen. Mit bildgebenden Verfahren wie der Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT, auch Kernspintomografie genannt) sichert der Arzt die Diagnose. (Mehr in den Kapiteln Symptome und Diagnose).

Wie sieht die Therapie aus?

Die Therapie des Nierenzellkrebses richtet sich nach Größe und Ausbreitung des Tumors. Die Operation sollte dabei immer an erster Stelle stehen, selbst wenn Tochtergeschülste in anderen Organen (Metastasen) vorliegen, da auch diese oftmals entfernt werden können. In den meisten Fällen (über 75 Prozent) kann bei Nierenzellkrebs heute das gesunde Nierengewebe erhalten werden (partielle Tumornephrektomie). Nur noch bei sehr großen Tumoren, die fast die gesamte Niere aufbrauchen, muss die Niere komplett entfernt werden. (Mehr im Kapitel Therapie).

Welche Aufgabe haben die Nieren?

Die Nieren entgiften den Körper, indem sie unterschiedlichste Schadstoffe aus dem Blut filtern und als Urin in die Harnwege absondern. Es gibt zwei Nieren, die jeweils etwa 120 Gramm wiegen und ungefähr die Form einer Bohne haben. Außen sitzt jeder Niere die Nebenniere auf, welche Hormone bildet. Die Niere ist von reichlich Fett umgeben und liegt zusammen mit der Nebenniere geschützt in einer Kapsel. Grob betrachtet kann die Niere in die Rinde, das Mark, das Kelchsystem und das Nierenbecken eingeteilt werden. Bei näherer Betrachtung ist im Nierenmark ein System von Nierenkörperchen und Nierenkanälchen (Tubuli) zu sehen. Hier wird ein Teil des Bluts zum Harn. Der Harn wird später konzentriert, im Nierenbecken gesammelt und über den Harnleiter ausgeschieden.

Wo entsteht Nierenzellkrebs genau?

Nierenzellkarzinome gehen meist von den Zellen der Nierenkanälchen aus (siehe Grafik oben – um die komplette Grafik zu sehen, bitte auf die Lupe im Bild oben links klicken). In diesem System von vielen Tausenden von kleinsten Schläuchen wird der im Nierenkörperchen gefilterte Urin erst durch Resorption und Sekretion von chemischen Stoffen in seiner Zusammensetzung geändert und später konzentriert. Bei Nierenkrebs verlieren einige Nierenzellen ihre ursprüngliche Funktion. Sie teilen sich unkontrolliert und es bildet sich eine Geschwulst (Tumor) aus. Lösen sich Krebszellen aus dem Tumor, können sie über das Gewebswasser (Lymphe) oder das Blut in andere Organe streuen (Metastasen).


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 31.01.2012
Bildnachweis: W&B/Ibelherr/Szczesny

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