banner.jpg
  • Apotheker Dr. Roland Vogelgesang
  • Ostersbaum 86
  • 42107 Wuppertal
Anmelden | Registrieren
Drucken

Morbus Scheuermann

Bei der Scheuermann'schen Krankheit (Morbus Scheuermann) wächst die Wirbelsäule in der Pubertät ungleichmäßig. Rückenschmerzen und ein Rundrücken können die Folge sein. Informationen zu Ursachen, Symptomen und Therapien


Morbus Scheuermann tritt bei Jugendlichen auf. Die Wachstumsstörung der Wirbelsäule bleibt oft unbemerkt, kann aber auch zu Symptomen wie Rückenschmerzen oder einem dauerhaft gekrümmten Rücken führen

Was ist eine Scheuermann-Krankheit?

Die Scheuermann-Krankheit (auch Morbus Scheuermann, kurz: M. Scheuermann, Adoleszenzkyphose, juvenile Kyphose, juvenile Osteochondrose) ist eine Wachsstumsstörung der Wirbelsäule. Die Krankheit entwickelt sich in der Pubertät und kommt im jungen Erwachsenenalter zum Stillstand. Schätzungen zufolge ist bei etwa jedem Hundertsten ein Morbus Scheuermann feststellbar. Jungen sind vermutlich etwas häufiger betroffen als Mädchen.

Welche Symptome deuten auf die Krankheit hin?

Meist verläuft Morbus Scheuermann schmerzlos und verursacht selten Einschränkungen. Doch können besonders in späteren Lebensjahren auch Rückenschmerzen auftreten. Auffälliges Zeichen der Krankheit ist ein Rundrücken: Die Brustwirbelsäule krümmt sich stärker als im Normalfall (verstärkte Kyphose). Manchmal zeigt sich die Krankheit aber auch im Lendenwirbelbereich. Dort verläuft die Wirbelsäule dann flacher als üblich.

Die Scheuermann-Krankheit wird manchmal lange nicht erkannt. Oft wird sie auch rein zufällig bei einer Untersuchung aus anderen Gründen entdeckt. Genaueres zu möglichen Anzeichen des Morbus Scheuermann lesen Sie im Kapitel Symptome.



Unser Experte: Dr. Hartmut Gaulrapp, Facharzt für Orthopädie mit Spezialgebiet Kinder-Orthopädie, Sportmedizin

Welche Ursachen hat die Scheuermann-Krankheit?

Die veränderte Wirbelsäulenform entsteht durch ein ungleichmäßiges Längenwachstum der Wirbel. So haben einige Wirbelkörper nicht mehr die typische Zylinderform, sondern erhalten allmählich die Form eines Keils. Wieso es dazu kommt, ist unbekannt. Offenbar gibt es eine gewisse Neigung zur Krankheit, die bereits in den Erbanlagen steckt. Die Krankheit wird aber nicht direkt von den Eltern auf die Kinder "weitervererbt". Mehr Informationen zu möglichen Auslösern gibt es im Kapitel Ursachen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Der Arzt erkundigt sich unter anderem nach den Beschwerden und untersucht die Wirbelsäule. Im Röntgenbild sind bei Morbus Scheuermann keilförmige Wirbel erkennbar. Stellenweise können auf Röntgenaufnahmen auch sogenannte Schmorlsche Knorpelknötchen sichtbar sein: Dabei handelt sich um kleine Bandscheibenanteile, die in die Deck- und Bodenplatten der Wirbelkörper eingetreten sind – ein deutliches Indiz für Morbus Scheuermann.

Therapie bei Morbus Scheuermann

Wie die optimale Behandlung aussieht, muss im Einzelfall entschieden werden. Krankengymnastik und regelmäßige gezielte Übungen helfen, die Wirbelsäule aufzurichten, bestimmte Muskelgruppen zu stärken und verkürzte Muskulatur zu dehnen. Gegen Rückenschmerzen verordnet der Arzt zum Beispiel Medikamente. In manchen Fällen kann es nötig sein, vorübergehend ein unterstützendes Korsett (Orthese) zu tragen. Ist die Wirbelsäule sehr stark gekrümmt, so ist ganz selten auch eine Operation bei M. Scheuermann erforderlich. Eine vorbeugende Therapie ist nicht bekannt. Mehr Informationen lesen Sie im Kapitel Therapie.

Ihren Namen verdankt die Krankheit einem dänischen Radiologen. "Morbus" ist die lateinische Bezeichnung für Krankheit. Umgangssprachlich wird die Krankheit manchmal auch "Schneiderbuckel" oder "Lehrlingsbuckel" genannt.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6

www.apotheken-umschau.de; 13.10.2011, aktualisiert am 19.01.2012
Bildnachweis: W&B/privat, iStock/eyecrave

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren  »

Wissens-Test

Was wissen Sie über Rückenschmerzen?

Testen Sie, wie gut Sie sich mit Kreuzschmerzen auskennen »

Zum Thema

Bandscheibenprobleme

Was tun, wenn die Stoßdämpfer unter Druck geraten? »

Hexenschuss

Wie der plötzliche Kreuzschmerz entsteht, was dagegen hilft »

Morbus Bechterew

Morbus Bechterew ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die zu einer Versteifung der Wirbelsäule führen kann »

Nackenschmerzen

Welche Ursachen der steife Hals hat, welche Maßnahmen sich bewährt haben »

Osteoporose

Der Knochenschwund ist die häufigste Erkrankung des Skeletts »

Rückenschmerzen

Zwickt es im Rücken, sind häufig strapazierte Muskeln und Bänder oder Verschleiß schuld  »

Schmerzen im Gesäß / Kreuz

Die Ursachen sind vielfältig. Mehr zu passenden Therapien »

Skoliose

Bei einer Skoliose ist die Wirbelsäule dreidimensional verbogen und verdreht »

Videos zum Thema

Rückenschule: Stark im Kreuz

Wie Sie Ihren Körper gezielt mobilisieren. Dazu: fünf einfache Übungen für jeden Tag »

Gymnastik für den Rücken

Mit diesen zehn Übungen können Sie Nacken, Schultern und Kreuz entlasten »

Der große Körpercheck

Testen Sie sich online

Überprüfen Sie Ihren Körper interaktiv in Sachen Gesundheit »

Vorsorge-Rechner

Welche Vorsorgeuntersuchung steht Ihnen zu? Unser Online-Rechner sagt es Ihnen »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung