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Reizdarmsyndrom

Als Reizdarmsyndrom oder kurz Reizdarm, bezeichnet man eine relativ häufige Funktionsstörung des Darms


Darmbeschwerden ohne körperliche Ursache: So ist ein Reizdarm definiert

Was ist ein Reizdarmsyndrom?

Beim Reizdarmsyndrom handelt es sich um eine Funktionsstörung des Darms. Die Betroffenen – etwa doppelt so häufig Frauen wie Männer – leiden unter Darmbeschwerden, für die sich trotz gründlicher ärztlicher Untersuchungen keine körperliche Ursache findet. Früher wurde der Reizdarm daher schlichtweg als psychisch bedingt angesehen – heute weiß man, dass viele Faktoren an seiner Entstehung beteiligt sein können (siehe Kapitel Ursachen).

Zu den Symptomen eines Reizdarms zählen unter anderem wiederkehrende Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung sowie Blähungen. Die Diagnose eines Reizdarms wird anhand des typischen Beschwerdemusters sowie des Ausschlusses anderer Krankheitsbilder gestellt. Das bedeutet bevor der Arzt die Diagnose Reizdarm stellt, muss er andere Ursachen für die Beschwerden – wie zum Beispiel eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, Magen-Darm-Infekte, Magengeschwüre, Tumore sowie Nahrungsmittelunverträglichkeiten – durch entsprechende Untersuchungen ausschließen.



UNSER EXPERTE: Dr. med. Winfried Häuser, Facharzt für Innere Medizin sowie Psychotherapeutische Medizin

Eine ursächliche Therapie des Reizdarms gibt es derzeit  nicht. Über eine Umstellung der Ernährung, eine Behandlung einzelner Beschwerden mit Medikamenten (zum Beispiel mit Schmerzmitteln und krampflösenden Arzneien) sowie über psychisch unterstützende Maßnahmen (gegebenenfalls auch eine Psychotherapie) versucht man heutzutage, den Reizdarm in den Griff zu bekommen.

Auch wenn die Betroffenen unter ihren Beschwerden teilweise erheblich leiden, gibt es dennoch eine gute Nachricht für sie: Ein Reizdarm ist nicht gefährlich, nicht lebensbedrohlich und verkürzt auch nicht die Lebenserwartung.

Die früher für die Erkrankung ebenfalls gebräuchlichen Begriffe „irritables Kolon“ und „Colon irritabile“ sind irreführend, denn man vermutet inzwischen, dass die Krankheit nicht allein auf den Dickdarm, das sogenannte Kolon, beschränkt ist.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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www.apotheken-umschau.de; 29.08.2005, aktualisiert am 25.07.2011
Bildnachweis: Klinikum Saarbrücken, Banana Stock/RYF

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