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Toxoplasmose

meist ohne Krankheitszeichen verlaufende parasitäre Infektionskrankheit, die bei abwehrgeschwächten Menschen und Ungeborenen zu schweren Krankheitsbildern führen kann.

Ursache: Der Erreger, Toxoplasma gondii, ist ein Parasit, der für seinen Entwicklungszyklus Menschen, Vögel und Säugetiere als Zwischenwirte benutzen kann. Spezifischer Wirt ist die Katze, die mit dem Kot infektiöse, befruchtete Eizellen ausscheidet (Oozysten). Im infizierten Wirt entstehen nach Einsetzen der Immunantwort Erregerzysten, die jahrelang infektionstüchtig bleiben. Menschen stecken sich entweder über Katzenkot oder aber durch den Verzehr von zystenhaltigem, rohem oder mangelhaft erhitztem Fleisch infizierter Tiere (meist Schweine oder Rinder) an. Eine Übertragung von der Schwangeren auf das Ungeborene erfolgt, wenn die Mutter während der Schwangerschaft selbst erstmalig Kontakt mit dem Erreger hat, wobei das Kind v. a. bei fortgeschrittener Schwangerschaft (nach der 16. Woche) gefährdet ist. Säuglinge können über infizierte Muttermilch in Kontakt mit dem Erreger gelangen.

Befund: Selten treten bei primär Gesunden Krankheitszeichen infolge einer Toxoplasmoseinfektion auf, meist durchlaufen sie dann ein grippeähnliches Krankheitsbild mit Fieber, Lymphknotenschwellungen und Kopfschmerzen. Der Erreger verbleibt anschließend im Körper und kann bei abwehrgeschwächten Menschen (z. B. Aids- oder Tumorkranken) reaktiviert werden. Meist verursacht er dann Entzündungen des Gehirns (Toxoplasmose-Enzephalitis), seltener können schwere Erkrankungen des gesamten Organismus (generalisierte Toxoplasmose) auftreten. Bei Übertragung des Erregers von Schwangeren auf das Ungeborene entsteht die angeborene (konnatale) Toxoplasmose mit oft großen Schäden und Verkalkungen des Zentralnervensystems, die sich durch Wasserkopfbildung (Hydrozephalus), epileptische Krampfanfälle, Entzündungen der Ader‐ und Netzhaut des Auges und geistige Entwicklungsverzögerung äußern. Leber und Milz sind mitbetroffen, daher kommt es zur Gelbsucht (Ikterus). Ein Teil der Säuglinge kommt mit den Schäden bereits auf die Welt, andere sind bei Geburt unauffällig und zeigen erst nach Wochen oder Monaten Krankheitszeichen. Auch Früh- oder Totgeburten können durch die Erkrankung ausgelöst werden.

Behandlung: Die häufige symptomlose Toxoplasmose bei Gesunden wird nicht behandelt. Bei abwehrgeschwächten Menschen kommt eine Kombination von antiparasitären Medikamenten mit bestimmten Antibiotika zum Einsatz. Nach Eintritt der Genesung ist eine Dauerbehandlung erforderlich. Die Erstinfektion mit Toxoplasmose bei Schwangeren ist problematisch, weil diese selbst meist keine oder nur unspezifische Krankheitszeichen zeigen. Über das Risiko für das Ungeborene kann nur eine Bestimmung der Antikörper im Blut gegen Toxoplasma gondii Aufschluss geben. Sind bereits vor oder zu Beginn der Schwangerschaft Antikörper vorhanden, besteht keine Gefahr. Nur wenn zunächst keine Antikörper nachgewiesen werden, aber während der Schwangerschaft ein Antikörperanstieg zu verzeichnen ist, besteht eine behandlungsbedürftige Erstinfektion mit dem Toxoplasmoseerreger.

Da es keine Schutzimpfung gegen die Toxoplasmose gibt, sollten Schwangere den Kontakt mit Katzen meiden und kein rohes oder unzureichend gegartes Fleisch essen.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010

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