Einreißen des Damms während der Geburt. Ursache ist die Überdehnung des Damms durch den kindlichen Kopf.
Befund: Bei einem Dammriss ersten Grades handelt es sich um einen Riss der Haut von Scheideneingang, Scheide und Damm. Bei einem Dammriss zweiten Grades ist zusätzlich die Dammmuskulatur eingerissen. Ist auch die Schließmuskulatur des Darms betroffen, liegt ein Dammriss dritten Grades vor. Beim Dammriss vierten Grades ist auch die Schleimhaut des Mastdarms betroffen.
Behandlung: Ein Dammriss ersten Grades heilt ohne Therapie, einer zweiten Grades wird genäht (Dammnaht). Bei einem Dammriss dritten und vierten Grades muss der äußere Schließmuskel und evtl. auch die Darmschleimhaut sorgfältig wiederhergestellt werden, sonst besteht die Gefahr einer Stuhlinkontinenz.
Zur Verhinderung eines Dammrisses während der Pressphase der Geburt wird von Arzt oder Hebamme ein spezieller Handgriff (Dammschutz) eingesetzt: Dabei umfasst die rechte Hand den Damm. Die linke Hand liegt auf dem Kopf des Kindes und vermindert durch leichten Druck die Geschwindigkeit des Durchtretens. Der Dammschutz dient auch dem Schutz des Kindes, indem er den Druck auf das Köpfchen verringert und so einer möglichen Zerreißung der kleinen Blutgefäße im Gehirn vorbeugt. Eine weitere Maßnahme zur Verhinderung eines drohenden Dammrisses ist der Dammschnitt.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010
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