irreversible, sack- oder zylinderförmige Erweiterung der Bronchien oder ihrer Äste.
Ursache: Bronchiektasien können angeboren oder erworben sein, z. B. durch wiederholte Infektionen von Lunge oder Bronchien (besonders bei Mukoviszidose) und Tuberkulose im frühen Kindesalter. Bei Erwachsenen sind Bronchiektasien häufig durch chronische Bronchitis, Lungenemphysem, Tuberkulose oder Pleuraschwarten bedingt. Betroffen sind v. a. die Lungenunterlappen. In den bronchialen Aussackungen verbleiben große Sekretmengen und sorgen für ständig wiederkehrende Infekte.
Befund: Typisch sind ständig wiederkehrende, oft fieberhafte Atemwegsinfektionen und ein chronischer Husten mit reichlich eitrigem, übel riechendem Auswurf. Nicht selten tritt auch Bluthusten auf. Es entwickeln sich Trommelschlägelfinger und Uhrglasnägel infolge chronischer Sauerstoffminderversorgung. Die Diagnostik erfolgt meist durch eine Computertomografie des Brustkorbes.
Behandlung: Die wichtigste therapeutische Maßnahme ist die frühzeitige und lange Behandlung mit wirksamen Antibiotika. An zweiter Stelle steht eine intensive Atemtherapie 2) mit Atemgymnastik und Dränagelagerung zur Erleichterung des Schleimtransportes. Zur Vorbeugung sind Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken unverzichtbar. Operative Maßnahmen sind selten angezeigt (z. B. wiederholte schwere Blutungen). Findet sich ein sehr ausgedehnter Befall beider Lungen, kann eine Transplantation erwogen werden. Durch die ständigen Eiteransammlungen in den erweiterten Bronchien können verschiedene Komplikationen auftreten: Durch Keimverschleppung entstehen evtl. Abszesse in anderen Organen (Gehirn). Weiterhin können sich eine chronische Ateminsuffizienz und ein Cor pulmonale entwickeln. Mit den heutigen antibiotischen Behandlungsmöglichkeiten werden Bronchiektasen und auch alle Komplikationen immer seltener.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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